Der Gründung der Universität verdankt Marburg seine Bedeutung, besonders durch die vielen bekannten Persönlichkeiten, die in Marburg lernten und lehrten. Zu den Professoren gehörten beispielsweise der Erfinder der Dampfmaschine, Denis Papin (um 1690), der Jurist Friedrich Karl von Savigny (um 1800), der Chemiker Robert Bunsen (um 1850) und der Mediziner Emil von Behring um 1900. Zu Marburgs Studenten zählt man unter Anderen den russischen Naturwissenschaftler und Schriftsteller Michail Lomonossow (1736-1739), den russischen Dichter Boris Pasternak (1912-1914), die Dichterin und Philosophin Gertrud von Le Fort (1913/1914), den spanischen Philosophen und Soziologen José Ortega y Gasset (1906-1907), die Philosophin, Soziologin und Politologin Hannah Arendt (1924-1926) sowie Gustav Heinemann (1920), der 3. Bundespräsident Deutschlands (1969-1974).
Den Zweiten Weltkrieg überstand Marburg fast unversehrt. Lediglich der Hauptbahnhof war Ziel alliierter Angriffe, wie bis heute zahlreiche Bombenkrater auf den Lahnbergen bezeugen. Dieser wurde 1945 zerstört, daher ist auch das Bahnhofsviertel nicht mehr durch Altbauten, sondern durch nach dem Krieg entstandene Häuser geprägt. Marburg musste, wie nahezu alle mittleren deutschen Städte, eine große Zahl von Flüchtlingen aufnehmen. Erst seit dieser Zeit gibt es dort eine größere Zahl kleinerer und mittlerer Industriebetriebe.
Nach wie vor ist die Universität (einschließlich Klinikum) wichtigster Wirtschaftsfaktor in der Stadt mit über 6.000 Beschäftigten und etwa 17.000 Studierenden.
Marburg ist verwaltungsmäßig eine Stadt mit Sonderstatus und zugleich eines von drei Oberzentren in Mittelhessen sowie auch Mittelpunkt des Landkreises Marburg-Biedenkopf.
Zu den wichtigsten Aufgaben der Gegenwart gehören die Stärkung der Stadt als Einkaufszentrum und Wirtschaftsstandort, insbesondere für Zukunftstechnologie-Unternehmen. Hier wird die fruchtbare Symbiose von Universität und Stadt deutlich. So deckt das Forschungs- und Technologiepotential der Philipps-Universität bis auf wenige Ausnahmen alle wichtigen Technologiefelder ab.
Die 1972 mit der förmlichen Festlegung des ersten Abschnittes begonnene Marburger Altstadtsanierung wird seitdem verwirklicht. Historische Bausubstanz der Altstadt wird sorgfältig renoviert. Im Stadtbild ist dies durch die immer noch wachsende Zahl wiederhergestellter Fachwerkgebäude deutlich erkennbar.